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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Kombinat Schwarze Pumpe

Kombinat Schwarze Pumpe

Florian Russi

Ursprünglich war „Zur Schwarzen Pumpe" nur der Name einer etwa 15 Kilometer nördlich von Hoyerswerda gelegenen Gaststätte. Später ging er auf die gesamte Ortschaft und dann auch auf das Industriekombinat über, das von 1955 an dort errichtet wurde. Im Jahr 1958 entstand hier einer der größten Braunkohleenergiebetriebe der ehemaligen DDR. In ihm wurden 80 % des im Land verbrauchten Stadtgases produziert. Die drei Schornsteine der Werksanlage bildeten ein Wahrzeichen für die gesamte Gegend und sorgten dafür, dass die Luft mit den Substanzen vermischt wurde, welche die Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973, von 1960 bis 1968 in Hoyerswerda lebend) zu dem Satz veranlassten: „Passen Sie auf, Fräulein, jetzt kommen wir in das Gebiet des schwarzen Schnees".

Plattenbau-Hochhäuser errichtet im Rahmen des Projekts "sozialistische Wohnstadt-Hoyerswerda-Neustadt" (1960)
Plattenbau-Hochhäuser errichtet im Rahmen des Projekts "sozialistische Wohnstadt-Hoyerswerda-Neustadt" (1960)

Schwarze Pumpe verarbeitete vor Ort die Braunkohle, die in der Lausitz abgebaut wurde und die einzige nennenswerte Energiereserve der DDR bildete. Für etwa 18.000 Menschen war sie die Arbeitsstätte. Das Städtchen Hoyerswerda, das bis dahin nur 7.000 Einwohner gezählt hatte, wurde 1955 von der damaligen DDR-Regierung als Standort des Projekts „Sozialistische Wohnstadt" für die Mitarbeiter der Schwarzen Pumpe bestimmt. In Nachbarschaft zu dem Kombinat wurde die Neustadt von Hoyerswerda mit Wohnblocks für tausende Familien hochgezogen. Fast „über Nacht" wuchs die Einwohnerzahl Hoyerswerdas auf über 70.000. Schwarze Pumpe und das neue Hoyerswerda bedingten sich gegenseitig.  Nicht nur die Wohnsiedlungen, auch eine große Festhalle („Lausitzhalle"), ein Einkaufszentrum und viele kulturelle und sportliche Einrichtungen und Initiativen verdankten dem Werk vor den Toren der Stadt ihre Entstehung. Entsprechend verlor Hoyerswerda viele tausend Arbeitsplätze, mehr als 30.000 Einwohner und ein großes wirtschaftliches Potential, als dem Kombinat nach der Wende in Deutschland buchstäblich die Pumpe ausging.

Geblieben sind ein Dampfkraftwerk, das von dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall betrieben wird und die Gräben und Gruben, welche die Abraummaschinen des Braunkohlebergbaus im umliegenden Revier hinterlassen  haben. Sie wurden geflutet und bilden heute zusammen mit herausgeputzten Ortschaften und hübschen Heide- und Waldgebieten eine attraktive Landschaft. Darin, im Brauchtum der hier beheimateten Sorben und im Sagenreichtum der Lausitz mit Krabat und Lutki, sehe ich das Potential für eine neue Wohn-, Arbeits-, Urlaubs- und Erlebnisstadt Hoyerswerda.

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Bildnachweise:

Foto oben links "Gedenkstein Schwarze Pumpe": Urheber SPBer, Lizenz: Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported

Foto oben rechts "plattenbau-Hochhäuser": Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 183-78464-0001 , Autor: Erich Zühlsdorf (08.12.1960), Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license
 
 

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