Hoyerswerda Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.hoyerswerda-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Wendische Volkslieder

Wendische Volkslieder

Alexander Walther

Wendische Volkslieder

Der evangelische Pastor Joachim Leopold Haupt (1797-1883), der außerdem Sektretär und Bibliothekar der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften war, und der berühmte sorbische Philologe, Schriftsteller und Verleger Johann Ernst Schmaler (1816-1884) sammelten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Liedgut, Märchen, Sagen und Legenden sowie Sprichwörter, Sitten und Bräuche der sorbischen Bevölkerung der Ober- und Niederlausitz. Im ersten Band ihres umfassenden Werkes finden sich zahlreiche wendische Volklieder, die mit deutscher Übersetzung und Herkunftsort angeben sind und eine besondere kulturelle Sammlung bedeuten.

Nr. 131/S. 155

Veränderung

(Aus Hoyerswerda)

Ich will nach Böhmen lieber ziehn,

Vielleicht wird da mein Glück erblüh´n,

Ach je, ach jerum!

Vorm Jahre blühten Rosen hier,

Und heuer blüh´n nur Prügel mir,

Ach je, ach jerum!

----

Nr. 155/S. 181

Verschiedene Weise

(Aus Hoyerswerda)

Abends, des Abends ist´s finster gar sehr,

Und man ersiehet die Stege nicht mehr.

Höret kein Vöglein in Berg und Thal,

Als nur die niedliche Nachtigall.

Nachtigall singet, wenn´s Unwetter ist,

Bursche der läuft nur, wenn schön Wetter is.

----

Nr. 301/S. 300

Der Kutscher

(Aus Wittichenau)

Alle Leute die liegen im Schlaf,

Doch ich muss fahren hinaus in die Nacht.

Doch ich muss fahren hinaus in die Nach,

Und in den finstern Abend hinein.

Welcher Stern am hellesten scheint,

Scheinet den Hügeln, den Thälern all.

scheinet den Hügeln, den Thälern all,

Scheinet meiner Geliebten auch.

Als es des Morgens zu tagen begann,

Fing auch der Herr zu rufen an:

Stehe mir auf nur, du Kutscher mein

"Und füttre die Pferde mir."

Das Futter, das meine zwei Braunen kau´n,

Das liegt auf meiner Lade ja da.

Mein Liebchen das schläft auf de einen Hand

Und auf der andern da ist der Kranz.

Wie ungern ruft´ich die Liebste wach,

Wie ungern weckt´ich die Liebste auf!

Und das ist unsere Rede ja,

Vom Vater und von der Mutter noch her:

All´n Kön´gen und Fürsten schlugen sie es ab,

Und ihrem Liebsten gestand sie es zu.

Und ihrem Liebsten gestand sie es zu,

Auf dass er liebe sie ganz allein.

----

 Nr. 309/S. 303

Wenn ich´s wüsste?

(Aus Wittichenau)

Wenn ich´s wüss´ haarklein

Dass mein Liebster sterben sollte,

Blasse Tode neun

Ich ihm wohl bestellen wollte.

Wenn ich´s wüsst´haarklein,

dass mein Liebster leben sollte,

Musikanten neun

Ich ihm wohl bestellen wollte.

----

Nr. 322/S. 306

Unser König lebe hoch!

(Aus Wittichenau)

Serbenbrüder, wollen hier

Mit einander trinken;

Freude soll dies gute Bier

In das Herz uns winken!

Trinket nach Gefallen doch

Um den letzten Pfennig

Serbenbrüder, rufet: hoch Lebe unser König!

----------------

Haupt, Leopold/Schmaler, Johann Ernst (Hrsg.), Volkslieder der Wenden in der Ober- und Niederlausitz. aus Volksmunde aufgezeichnet und mit den Sangweisen, deutscher Uebersetzung, den nöthigen Erläuterungen, einer Abhanldung über die Sitten und Gebräuche der Wenden und einem Anhange ihrer Märchen, Legenden und Sprichwörter. Erster Theil. Volkslieder der Wenden in der Oberlausitz, Grimma 1841.