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Katharina von Teschen

Katharina von Teschen

Florian Russi

Das bewegte Leben der Ursula Katharina, Reichsfürstin von Teschen hinterließ auch in Hoyerswerda viele Spuren. Von 1704 bis 1733 führte sie dort die Herrschaft. Als Nachfolgerin von Gräfin Maximiliane Hiserle von Chodau wurde sie im Jahr 1700 im Alter von 20 Jahren die offizielle Mätresse von August dem Starken (1670 - 1733), der seit 1697 nicht nur sächsischer Kurfürst, sondern auch König von Polen und Großfürst von Litauen war.

Es heißt, dass August sie nicht allein aus Liebe zur Favoritin auserkoren hätte. Katharina war die Tochter des aus Westfalen nach Polen ausgewanderten Adligen Johann Heinrich von Altenbockum, der es im damals zu Polen gehörenden Großfürstentum Litauen zum Obertruchsess, d.h. zum Vorsteher der Hofhaltung gebracht hatte. Früh wurde Katharina mit dem Fürsten  Jerzy Dominik Lubomirski verheiratet, dessen Familie zu den einflussreichsten in Polen gehörte. Diese, als „wenig glücklich" bezeichnete Ehe wurde jedoch im Jahr 1700 vom Papst für ungültig erklärt. Zwei der Verwandten Lubomirskis gehörten zu den höchsten polnischen Würdenträgern, deren Gunst August über die Verbindung mit Katharina gewinnen wollte.

Im Jahr 1704 gebar sie ihrem Geliebten einen Sohn, der den Namen Johann Georg und den Titel Chevalier de Saxe (Ritter von Sachsen) erhielt. Im selben Jahr übertrug der König ihr die Herrschaft über Hoyerswerda, und auf sein Betreiben hin wurde sie vom damaligen deutschen Kaiser Leopold I. zur Reichsfürstin erhoben. Wenig später jedoch fiel sie beim König in Ungnade. An ihre Stelle trat die berühmte Gräfin von Cosel. Katharina zog sich in ihr Schloss in Hoyerswerda und später nach Breslau zurück.

Einige Jahre darauf kam es zu einer Aussöhnung zwischen ihr und August. Mehrere Jahre nahm die offenbar sehr kluge Frau am Dresdner Hof wieder eine einflussreiche Stellung ein. Im Jahr 1722 heiratete sie heimlich den zehn Jahre jüngeren Prinzen Friedrich Ludwig Herzog von Württemberg-Winnental, der um ihretwillen von der protestantischen zur katholischen Kirche gewechselt war. Der neue Ehemann, kurfürstlich-sächsischer und später kaiserlicher General kam 1734 in der Schlacht von Guastalla im polnischen Erbfolgekrieg ums Leben. Gegen den Widerspruch des regierenden Hauses Württemberg nahm Katharina nun, wie es in ihrem Ehevertrag vereinbart worden war, Namen und Wappen ihres verstorbenen Gemahls an.

Ihre 32 Jahre währende Herrschaft über Hoyerswerda gilt als sehr segensreich. Sie förderte das ansässige Handwerk und den Handel und berief mit Theophil Lessing, einem Onkel des Dichters der Ringparabel, einen klugen und fähigen Verwalter zum  Amtmann der Stadt.

Im Jahr 1737 trat Katharina die Herrschaft gegen eine Jahresrente von 18.000 Talern für sich selbst und von ihrem Tod an von 6.000 Talern für ihren Sohn an die kurfürstliche Kammer des Landes Sachsen ab. Zweiundsechzigjährig starb sie am 4. Mai 1743 in Dresden. Ihr Grab befindet sich in der Jesuitenkirche von  Leitmeritz (Tschechien).  

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Fotos (3): Quelle Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei