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Niederlausitzer Mundart

Niederlausitzer Mundart

Alexander Walther

Niederlausitzer Mundart

Niederlausitzer Mundart ist ein Dialekt, der in der brandenburgischen Region um Cottbus und in der sächsischen Region um Hoyerswerda gesprochen wird. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es außerdem im heutigen Zary (früher Sorau) gesprochen. Das Niederlausitzische grenzt sich merklich von der nördlich gesprochenen märkischen Mundart sowie dem westlich gesprochenen Obersächsisch und Anhaltisch ab, geht allerdings südlich in die verschiedenen Oberlausitzer Mundarten über.

Die Niederlausitzer Mundart ist in den früheren Landkreisen Lübben, Luckau, Calau, Cottbus, Senftenberg, Spremberg, Guben, Weißwasser und Forst sowie in Hoyerswerda beheimatet. Durch die zahlreichen Sümpfe in diesen Regionen konnten sie erst relativ spät von deutschsprachigen Menschen besiedelt werden. Noch bis in das 19. Jahrhundert waren diese Regionen von verhältnismäßig dünner Besiedlung geprägt und mehrheitlich von Sorben besiedelt. Im Zuge der Industrialisierung und dem Auffinden und Fördern von Braunkohlevorkommen stiegen auch die Bevölkerungszahlen um Cottbus und Hoyerswerda. Die Zugewanderten stammten dabei überwiegend aus den Ruhrgebieten und Schlesien, aber natürlich auch aus anderen Teilen Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine neue Zuwanderungswelle ein, wobei überwiegend Thüringer, Mecklenburger und Sachsen nach Brandenburg zogen. Da die seit dem 19. Jahrhundert zugezogenen Menschen verschiedenen Sprachdialekten angehörten, waren viele Mundarten nebeneinander vertreten, doch konnte sich keine dieser wirklich durchsetzen. Dadurch entstand ein nahezu hochdeutsches Sprachgebiet und das Niederlausitzische gehört sowohl zur Alltags- als auch Gesellschaftssprache. Regional-spezifische Wörter und Redewendungen fehlen in diesem Dialekt, was insebsondere Zuzüglern das Erlernen einfacher macht. Wenn man die Niederlausitzer Mundart in Verwandschaft mit anderen regionalen Dialekten stellt, dann wird man am ehesten Ähnlichkeiten mit dem Berlinerischen sowie dem Niederdeutschen finden. So findet sich beispielsweise das berühmte Berliner "Wa?" als Ausspruch für "Nicht wahr?" auch im niederlausitzischen Sprachgebrauch wieder. Aber auch das für Sachsen typische "gorni" für "gar nicht" findet sich im Niederlausitzischen als "garni".

een

zwee

Beene

keen

geh´n

ooch

kohf´n

uff

Tüsch

Kürche

Hamma

Wassa

wa/wa?

gorni/garni

ein

zwei

Beine

kein

gehen

auch

kaufen

auf

Tisch

Kirche

Hammer

Wasser

wir/nicht wahr?

gar nicht

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Literaturauswahl:

Waldemar Gössgen: Die Mundart von Dubraucke. Ein Beitrag zur Volkskunde der Lausitz, Trebnitz in Schlesien 1902 (seit 1937 Eichwege, heute Ortsteil von Döbern).

Helmut Protze: Das Westlausitzische und Ostmeißnische. Dialektgeographische Untersuchungen zur lausitzisch-obersächsischen Sprach- und Siedlungsgeschichte. Halle 1957.

Wilfried Seibicke: Mitteldeutsch und Niederdeutsch in der westlichen Niederlausitz. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. Band 79 (Sonderband), Halle 1957, S. 220-231.

Markus Bayer: Sprachkontakt Deutsch-Slavisch. Eine kontrastive Interferenzstudie am Beispiel des Ober- und Niedersorbischen, Kärntnerslovenischen und Burgenlandkroatischen, Frankfurt am Main etc. 2006.

Joachim Wiese: Einflüsse des Niedersorbischen auf die deutschen Mundarten der Niederlausitz. In: Der Niedersorben Wendisch. Eine Sprach-Zeit-Reise, Bautzen 2003, S. 59-64.