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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda

Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda

Alexander Walther

Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda

Kleiner Festsaal des Schlosses / Foto: SeptemberWoman
Kleiner Festsaal des Schlosses / Foto: SeptemberWoman

Das Schloss Hoyerswerda ist das älteste Bauwerk der Stadt. Die Vergangenheit reicht bis weit in das Mittelalter zurück. Bereits im 13. Jahrhundert fand die Grundsteinlegung des heutigen Schlosses statt. Ursprünglich stand an dieser Stelle die Wasserburg, die im 13. Jahrhudnerrt mehrmaliger Zerstörung ausgesetzt war und umgebaut wurde. Im 16. Jahrhundert, in der Zeit der Renaissance, wurde unter Seyfried dem Älteren Freiherr von Promnitz (1534-1597) das heutige Schloss angelegt. Katharina von Teschen ließ dieses dann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in barocker Stilistik um- und ausgestalten. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts beherbergt das Gebäude das Hoyerswerdaer Stadtmuseum und liegt in direkter Nachbarschaft zum Zoo der Stadt.

Das Schloss im Jahr 1787
Das Schloss im Jahr 1787

Die Wasserburg war der erste Bau an der Stelle des heutigen Schlosses. Hoyer von Vredeberg wird 1272 als erster Burgherr urkundlich erwähnt. Im Zuge der Erteilung des Marktrechtes an Hoyerswerda wurde die Stadt an Thimo von Colditz (?-1410) vergeben, bevor die Wasserburg an Benesch von Duba, kaiserlicher Kammermeister und seit 1369 Landvogt der Oberlausitz, überging. Zur Mitte des 14. Jahrhunderts fungierte die Wasserburg als Festung zwischen den Regionen Böhmen und Brandenburg und galt als Zufluchtsstelle für Anhänger des böhmischen Hofes. Friedrich von Schönburg ist seit 1461 als Besitzer der Burg verzeichnet gewesen. 1468 erfolgte die Zerstörung durch Jaroslaw III. von Sternberg, bevor sie unter der Leitung von Georg von Stein (?-1497), dem damaligen Landvogt der Oberlausitz, wieder aufgebaut werden konnte. 1567 ist Heinrich von Maltitz als Besitzer verzeichnet, der die Burg im Jahr 1582 an Seyfried von Promnitz veräußerte. Damals war die Burg wahrscheinlihc ein Bau aus Holz und Fachwerk gewesen. 1589 brannte das Bauwerk komplett nieder und wurde 1592 durch den Renaissancebau ersetzt. Für das 17. Jahrundert sind die Herren von Ponickau als Besitzer bekannt. Im Dreißigjährigen Krieg setzten schwedische Truppen das Schloss in Brand, nachdem sie es geplündert hatten. Zur Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgte die Übernahme durch den sächsischen Regenten Johann Georg I., der es zu einem Lustschloss umfunktionierte. August der Starke veranlasste 1700 den Verkauf des Schhlosses. Der sächsische Kanzler Wolf Dietrich von Beichlingen zahlte dreieinhalb Tonnen an God dafür. Allerdings fiel dieser nur drei Jahre später beim Fürstenhof in Ungnade und ihm wurden sämtliche Besitzungen eingezogen. 1705 begann die Äre der Katharina von Teschen. Für eine viertel Million Reichstaler erwarb sie Hoyerswerda und das Schloss erhielt sie als sogenanntes "pfandfreies Eigentum". Unter ihrer Regie erfolgte der Umbau zu einem prestigeträchtigen Wohn- und Residenzsitz sowie die Anlage eines Lustgartens samt Orangerie. August III. kaufte Stadt und Schlossanlage im Jahr 1737 zurück und übergab Theophilus Lessing d. Ä. und dessen Sohn die Verwaltung. 1781 erfolgte die Überreichung des Schlosses in kommunale Hand.

Besonderen Besuch erhielt die Residenz 1813. Am 21. Juli weilte der französische Kaiser Napoleon für einen Abend im Schloss. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege und dem darauffolgenden Wiener Kongress fiel es in den Besitz Preußens, wie etwa rund die Hälfte des sächsischen Staatsgebietes. Zur königlichen Verwaltungseinrichtung umfunktioniert diente es fortan als Gebäude der Finanzverwaltung, der Gerichtsdeputation sowie des Steueramtes und des Amtsgerichtes mitsamt städtischemm Gefängnis.

Das Schloss zum Ende des 19. Jahrhunderts
Das Schloss zum Ende des 19. Jahrhunderts

Während des Zweiten Weltkrieges war das Schloss als Luftschutzraum genutzt worden. Den Krieg selbst überstand der Komplex unbeschadet und wurde zunächst als Verwaltungstrakt für die sowjetische Militäradministration genutzt. 1952 wurde auf Beschluss des Hoyerswerdaer Kreisrates im ersten Stock ein Heimatmuseum installiert. Erster Leiter war Günter Peters gewesen, der auch die Renovierung des Erdgeschosses veranlasste. Ab der Mitte der 1950er Jahren wurden zahlreiche Ausstellungen, Konzerte und Aufführungen veranstaltet. Die Umgestaltung des ehemaligen Schlossgartens wurde ebenfalls von Günter Peters realisiert, der damit das Fundament für den Hoyerswerdaer Zoo legen sollte.

Im zweiten Stock des Schlosses waren während der DDR-Zeit sowohl ein Gericht als auch ein Jugendclub untergebracht. Der Jugendclub war Krabat-Keller zu finden, während das Kreisgericht im zweiten Obergeschoss residierte. Mit der Wiedervereinigung erfolgte bis 1998 die umfassende Sanierung des gesamten Bauwerks. Das Stadtarchiv zog in das Gebäude, das Gericht wiederum zog aus und das Stadtmuseum, früher Heimatmuseum, blieb an alter Stelle.

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Quellen- und Literaturauswahl:

Karl-Heinz Hempel u. a. (Hrsg.), Hoyerswerda. Wanderungen durch dei Stadt, Horb am Neckar, S. 10f.

Elke Roschmann/Ingrid Wirth, Die Reihe Archivbilder Hoyerswerda, Erfurt 1999, S. 18.

http://kulturwegweiser-ol.de/de_DE/associations_detail/52471 [Stand: 15.03.2013].

http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Hoyerswerda [Stand 15.03.2013].