Hoyerswerda Lese

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Der hübsche Bildband von Elmi Junge enthält viele interessante Informationen über Hoyerswerda. Er ist im Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger, 02794 Spitzkunnersdorf unter der ISBN 3-933827-38-8 erschienen.
Howoran oder Hoyer von Friedeberg

Howoran oder Hoyer von Friedeberg

Elmi Junge

Über die Entstehung der Stadt Hoyerswerda gibt es wie bei vielen anderen Städten unterschiedliche und teilweise auch divergierende Versionen.

Der Chronist am Hofe des böhmischen Königs, Bartholomäus Paprocius, berichtet in seiner Geschichte des böhmischen Landes auch über die Entstehung von Hoyerswerda. Er schrieb, dass der Ort seinen Namen vom böhmischen Oberjägermeister Howoran erhalten habe. Das Gebiet gehörte um das Jahr 1000 dem Kaiser Heinrich, und dieser hatte es als Lehen dem Fürsten Jaromir übergeben. Der angesehene und wohlhabende Fürst Jaromir war auf einer Jagd von seinen ärgsten Feinden, den Wrssowsken, gefangen genommen, zwischen zwei Eichbäumen gebunden und unter Hohn und Spott mit Pfeilen beschossen. Dem seinem Herren zur Hilfe eilenden Oberjägermeister Howoran sollte ein gleiches Schicksal zuteil werden. Allerdings erbat sich dieser entsprechend dem alten Brauch noch einen letzten Wunsch und rief mit dem Blasen seines Jagdhornes die Getreuen des Kaisers Heinrich zur Hilfe. Die Gefolgschaft des Kaisers befreite den Fürsten und den Oberjägermeister Howoran aus ihrer misslichen Lage.

Für die wunderbare Treue wurde Howoran vom Kaiser in den Freiherrenstand erhoben und ihm der Beiname „von der Duba" (sorbisch: die Eiche) in Erinnerung an die drei Eichbäume, an denen er und sein Herr gebunden waren, verliehen.

Dieses bezeugen in der Folge das Wappen der Stadt, in dem auf einer Wiese drei Eichen an die Tat des mutigen Oberjägermeisters erinnern und sein eigenes Wappen, das als Monument beim Eingang zum hohen Altar in der Stadtkirche lag. Sein Wappen symbolisieren zwei über Kreuz liegende fünfköpfige Eichenzweige. So berichtet uns der Schreiber Paprocius von der Gründung der Stadt Hoyerswerda. Diese Aufzeichnungen sind als die Gründungssage in die Geschichte eingegangen.

Eine zweite Version ergibt sich aus einer etwas späteren Zeit. König Wenzel von Böhmen bestätigte am 7. Mai 1241 die Grenzurkunde zwischen der Mark Meißen und dem Gebiet, das in Folge das Sechsstadtland bzw. später als Markgrafentum Oberlausitz bezeichnet wurde. Unter den zahlreichen Zeugen befand sich auch ein Hoyer oder auch Hoger von Friedeberg, der als angesehener Vasall des böhmischen Königs kurze Zeit später als Lehnsherr des Gebietes Hoyerswerda genannt wird. Ihm wird nun ebenfalls die Gründung und zugleich Namensgebung der Stadt Hoyerswerda zugeschrieben. Aus seinem Namen Hoyer und der Bezeichnung des befestigten Hauses, im althochdeutschen „Warte" oder „Werter", soll sich der Name Hoyerswerda zusammensetzen. Übersetzt also das befestigte Haus des Hoyer von Friedeberg

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Text aus: Elmi Junge: Hoyerswerda. Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger.

Das Bild oben links zeigt das Wappen von Hoyerswerda mit den drei grünen Eichbäumen.